DFG-Netzwerk zur Erforschung des Zusammenspiels von Arbeit und Politik bewilligt [08.06.26]
Prof. Dr. Ulrike Fasbender ist Netzwerkpartnerin im neu bewilligten DFG-Forschungsnetzwerk „Im Zentrum des Arbeit-Politik-Nexus: Die Wirkkraft der Arbeits- und Organisationspsychologie“.
Projektzeitraum: 01.09.2026 - 31.08.2029
Fördervolumen gesamt: 92.010,- € (Verwaltung durch die Universität des Saarlandes; Netzwerksprecher*innen: Denise Vesper & Cornelius J. König)
Drittmittelgeber: Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)
Kurzbeschreibung: Die Zufriedenheit mit der Demokratie nimmt in demokratischen Staaten weltweit ab. Auch in Deutschland äußern viele Bürgerinnen und Bürger Unzufriedenheit mit dem Funktionieren der Demokratie. Gleichzeitig gewinnen populistische und extremistische Parteien an Einfluss. Diese Entwicklungen verdeutlichen die Dringlichkeit, neue Strategien zur Stärkung demokratischer Teilhabe zu identifizieren. Viele politische Veränderungen stehen in engem Zusammenhang mit Arbeitserfahrungen, Arbeitsbedingungen und den Möglichkeiten von Erwerbssystemen, sichere und sinnstiftende Lebensgrundlagen zu schaffen. Während die Politische Psychologie seit dem Zweiten Weltkrieg Mechanismen politischen Denkens untersucht, fokussiert die Arbeits- und Organisationspsychologie primär auf Erfahrungen im Arbeitskontext. Beide Disziplinen forschen bislang weitgehend getrennt. Dabei sind Arbeitsplätze zentrale Arenen politischer Sozialisation, in denen Menschen mit unterschiedlichen Werten aufeinandertreffen und Einstellungen entwickeln. Empirische Befunde zeigen, dass Arbeitsqualität, etwa Arbeitsplatzunsicherheit, mit politischem Engagement und politischen Einstellungen zusammenhängt. Umgekehrt beeinflussen politische Ideologien betriebliche Praktiken und Interaktionen. Das geplante Netzwerk zielt darauf ab, diese Forschungslücke zu schließen, indem es Forschende der Arbeits- und Organisationspsychologie unterschiedlicher Spezialisierungen, Länder und Karrierestufen zusammenbringt. Ziel ist es, eine gemeinsame Forschungsagenda zur Wechselwirkung von Arbeit und politischem Engagement zu entwickeln. Politisches Engagement wird dabei breit verstanden als politisches Verhalten, Einstellungen, Ideologien und Vertrauen in Institutionen. Durch interdisziplinären Austausch mit Politikwissenschaft, politischer Psychologie und Soziologie sollen innovative theoretische und empirische Ansätze entstehen. Geplant sind gemeinsame Publikationen, Drittmittelanträge und der Aufbau nachhaltiger Kooperationen. Langfristig soll eine eigenständige Forschungslinie im Schnittfeld von Arbeit und Politik in der Arbeits- und Organisationspsychologie etabliert werden, die zum besseren Verständnis demokratischer Prozesse in modernen Gesellschaften beiträgt.
